Ein schönes Beispiel dafür, zu welch erschreckenden Momenten (in dem Fall für mich) die Unkenntnis über die eigene Alkoholunverträglichkeit führen kann, hab ich erst kürzlich erlebt. Auf einer ganz normalen Privatparty wurde ich von meinem Bro gebeten doch mal kurz den Wingman zu geben. Was in diesem Falle bedeutete, die nervige Freundin des heißesten Fegers zu betreuen (Frage: Warum gibt es die wirklich heißen Ladies nur im Doppelpack mit Miss Ugly?). Nun gut, Wingman-Code ist Wingman-Code und so nahm der äußerst anstrengende Part des Abends seinen Anfang.
Die Betreuung von Miss Ugly war auch deshalb anstrengend, weil auf der Party gerade keine Sitzmöglichkeiten existierten. Und so standen wir schön nah an der Bar, wo mein Glas nie leer zu werden drohte und redeten. Wobei es eher so war, dass sie sprach und ich zu hörte. Wobei auch das nicht ganz stimmt, weil ich die sagenhafte Fähigkeit besitze so zu tun als ob ich dem Gespräch folgen würde, innerlich aber vollkommen weit weg bin.
Nach rund 15 Minuten ließ ich meinen Blick zum Bro wandern und erkannte, dass er wohl heute zum Erfolg kommen würde, aber das würde noch sicherlich ne Weile dauern. Demnach war ein Ende meines Betreuungsdienstes noch nicht abzusehen und ich wandte mich Miss Ugly zu.
Ich merkte plötzlich, dass es nicht allzu clever war weiter mit den Gedanken abzuschweifen, denn Miss Ugly war schon die ganze Zeit dabei eine wirklich beeindruckende Show abzuziehen. Ihr Talent: Speed-Drinking. Ich weiß nicht, ob sie aufgeregt war oder genervt oder oder oder (...), doch diese Frau legte ein schockierendes Trinktempo an den Tag. Ohne mit der Wimper zu zucken leerte sie ein Glas nach dem anderen. Und kaum setzte sie mit der linken Hand das Glas ab, füllte sie mit der rechten schon wieder nach. Wie vom Teufel getrieben griff sie abwechselnd zu Whisky mit Cola, Vodka-Orange und Gin (Todsünde! Gin säuft man nicht, Gin genießt man!).
Dieses Schauspiel hat mir dann doch sehr gefallen und ohne auf ihren wahnsinnigen Alkoholkonsum einzugehen, begann ich mich aktiv am Gespräch zu beteiligen. Smalltalk, nichts besonderes. Eigentlich wollte ich auch nur wissen, wann dieser Alkoholtsunami die Nervenzellen, die Sprach- und Bewegungsareale ihres Gehirns befällt. Aber – es kam nichts. Sie sprach fließend, ohne zu stottern, ohne zu schwanken, ohne Koordinationsunfähigkeiten. Ganz im Gegenteil, sie wirkte mit jedem Glas selbstbewusster und ruhiger. Eigentlich war sie zu diesem Zeitpunkt – äußerlich betrachtet – die einzig nüchterne Person im Raum.
Doch dann – BOOM! Da liegt Miss Ugly plötzlich am Boden, das Glas noch festumklammert, die Augen geschlossen. So was habe ich noch nie erlebt und ich hab schon einiges gesehen. Was war passiert? Mitten im Satz, stockte sie plötzlich, verdrehte die Augen und war auch schon ein Stockwerk tiefer gerutscht. Und das ganze ohne jegliche Trunkenheitsanzeichen. Einfach so. Weg war sie. Ich war so fasziniert von dieser KO-Aktion, dass ich gar nicht merkte, wie schnell andere Leute zu ihr geeilt waren, um zu sehen ob es ihr gut gehe. Was soll ich sagen, es ging ihr gut. Sie fing sogar an zu schnarchen!
Leicht irritiert blickte ich in den Raum und suchte nach Bro, um zu sehen ob er die ganze Sache hier auch mitbekommen hat. Doch er weg. Und drei mal dürft ihr raten mit wem …. Nun ja, man kann sagen was man will, meinen Job als Wingman hab ich an diesem Abend jedenfalls mit Bravur erfüllt. Trotzdem: Ladies! Etwas mehr Contenance bitte! Nochmal würde ich so was eher ungern miterleben.
(Patrick)
Ja, das macht mir auch immer und immer wieder Angst, aber wohl auch wie hier sehen die Damen, die so trinkfest sind, dann auch äußerst bescheiden aus - von demher ... ^^
AntwortenLöschenGenau aus diesem Grund trinke ich keinen Alkohol...so werde ich nie zur Miss Ugly ;)
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