10. Juni 2011

R.I.P. Blauer Turm

Was ist nur aus dem Blauen Turm geworden? Jene Bar, die einst ein Zufluchtsort für feierwütige Studenten aus Tübingen und Umgebung war. Gut, der Turm war seit jeher ohnehin nur donnerstags zu gebrauchen, da 2 for 1 Drinks und ordentliche Musik, die aber auch sukzessive – und je nach DJ – nachließ. Vor bestimmt 2 Jahren waren Joseph, W., ich und bisweilen noch mehr Bros und Wingwomen eigentlich regelmäßig im Turm. Dann war lange Pause und seit bestimmt 3 Monaten sind wir wieder regelmäßig gegangen. Ende Februar, Anfang März waren aufgrund des Abiturs viele „Kinder“ im Turm, klar. Das wusste man und dachte deshalb auch, dass es ja wieder vorbeigehen würde. Tja, Pustekuchen, wie ich nun nach 3 Monaten berichten kann. Jedes mal ab 23 Uhr bereits eine beachtliche Schlange, das gab’s früher nicht. Und eigentlich sollte man ja spätestens dann realisieren, dass man den Kampf verloren hat, wenn man vom Türsteher zu hören bekommt, dass jetzt endlich die richtigen Studenten kommen würden, als W. seinen Uni-Bayreuth-Ausweis zeigt und ich meinen der Uni Tübingen – denn Studenten haben ja nach wie vor freien Eintritt, was angesichts der Lage fast schon wie ein Anachronismus anmutet.

Der Turm ist jetzt jedenfalls ad acta gelegt für uns, denn wenn wir Bock auf Kinderfasching haben – und nein, das ist keine einfache Abneigung gegenüber Jungspunden, sondern gründet auf der Tatsache, dass diese auch immer wieder negativ auf sich aufmerksam machen -, dann gehen wir auf Abiparties und in die örtlichen Jugendhäuser. Und weil wir schon beim Thema sind, ein ganz kurzer Exkurs, der nicht wirklich einer ist, denn er ist vielmehr auch einer der Gründe, warum wir den Blauen Turm zukünftig nicht mehr aufsuchen werden: Was glauben eigentlich diese eingebildeten Mädels, die gerade mal 19 und im 1. Semester Jura sind!? Die haben ja wirklich Egos, die am Empire State Building kratzen und meinen, sie seien die unerreichbarsten Frauen der Welt. Nein, das sage ich nicht etwa, weil ich abgeblitzt bin (okay, ein Mal), sondern weil sie ein Verhalten an den Tag legen, das jenseits von Gut und Böse ist. Eine Woche später sieht man sie dann auf einer Verbindungsparty und bekommt statt einem Hallo (das ich ihnen entgegenwerfe mit der Frage, wie es denn gestern im Turm gewesen sei) von einigen der Mädels nur ein verachtendes Lächeln zu Gesicht. Wie gesagt, betrifft nicht alle, aber dann doch ein paar, die quasi Wiederholungstäter sind.

An die andere Sache, die mir immer nur im Turm passiert, habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Nämlich, dass mich Frauen bereits nach wenigen ausgetauschten Worten fragen, ob ich nicht Jura studiere und in einer Verbindung sei. Machen das etwa meine roten Chinos oder meine dunkelbraunen Segelschuhe? Einmal ging es sogar so weit, dass ich mitten im Gespräch mit einer Dame von einer Gruppe Erstis – eher Abiturienten – angesprochen wurde, ob ich nicht Jura studiere und Verbindungsstudent sei. Sie hätten eine Wette abgeschlossen ... Auf die Nachfrage, ob auch für mich etwas rausspringe, meinten sie nein, was ich wiederum kommentarlos beantwortete, indem ich mich wieder meiner Gesprächspartnerin zuwendete. Irgendwann habe ich eh angefangen es als Kompliment aufzufassen, denn die Frauen sind davon gar nicht so abgetan – das weiß jeder, der mal auf einer Verbindungsparty war, wo sich nämlich mit die schönsten Frauen tummeln.

Ich kann nicht wirklich sagen, dass ich Dich vermissen werde, Blauer Turm, aber ich hatte doch sehr viel Spaß bei Dir zuhause. Danke dafür jedenfalls. Und wir müssen ja alle mal sterben, gelle?



(Stefan)

1 Kommentar:

  1. Diese Information welche du mitgeteilt hast ist sehr interessant. Diese Seite ist excellent. Ich bin beeindruckt von deinen Ideen. Danke für das mitteilen der Glücksformel. Um glücklicher zu sein muss ich meine guten Gefühle fördern. Meine schlechten Gefühle stoppen und meine richtigen Gefühle zeigen.

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